Zu den neuesten Äußerungen Dr. Alexander Gaulands (AfD) bezüglich seiner Kandidatur in Frankfurt (Oder) und im Landkreis Oder-Spree für die Wahl zum Deutschen Bundestag im Jahr 2017 erklärt der Frankfurter Landtagsabgeordnete und Stellvertrende Fraktionsvorsitzende der Linksfraktion, René Wilke:

Die Erklärungen von Herrn Dr. Gauland und seiner Partei zur von ihm erkärten Bundestagskandidatur im Wahlkreis 63 werden immer entlarvender.
Erst beteuert Gauland, es wäre unglaubwürdig, den Menschen in Frankfurt (Oder) vorzumachen, er könne ihre Interessen im Bundestag vertreten, dann tritt er kurz darauf hier an.

Erklärt wird die Kandidatur mit der Schlichtung eines innerparteilichen Konfliktes zwischen den Kreisverbänden LOS und FFO. Mit der Chance, einen weiteren Posten im Bundestag über die Landesliste zu erreichen. Und damit, dass es hier bessere Wahlchancen für ihn gebe als in Potsdam, wo er lebt.

All diese Begründungen machen deutlich, dass es der AfD und Gauland nicht um die Menschen der Region geht, sondern um Posten und parteitaktische Überlegungen. Genau jenes also, was viele Mitglieder der AfD anderen Parteien generell vorwerfen. Die angebliche Alternative beweist selbst, dass sie keine ist. Im Gegenteil: Sie zeigt, wie schnell sie genauso geworden ist wie jene, gegen die sie angetreten ist.

Die neueste Überlegung Gaulands, sein eventuelles Bundestagsmandat neben seinem derzeitigen Landtagsmandat ausüben zu wollen schlägt dem Fass nun allerdings den Boden aus.  Nicht nur würde er doppelte Bezüge für jeweils die halbe Arbeit erhalten. Auch zeigt er damit, wie wenig ernst er sein jetziges und sein künftiges Mandat nimmt. Abgeordnete des Landtages und des Bundestages haben – so sie ihre Arbeit ernst nehmen und gut machen – keine Möglichkeit, eine andere Tätigkeit auszuüben. Schon die zeitliche Vereinbarkeit mit einem ehrenamtlichen Kommunalmandat ist eine enorme Herausforderung.

Wir dürfen gespannt sein, ob der Frankfurter AfD-Vorsitzende Wilko Möller, der angeblich aus uneigennützigen Gründen, auf seine Kandidatur verzichtete, nun mit jenem weiteren Listenplatz entlohnt wird, der ihm ebenso den Einzug in den Bundestag garantiert. So würde Gauland den Frankfurter AfD-Mann praktisch „im Schlafwagen“ mit in den Bundestag ziehen. Dann stellt sich Möllers „uneigennütziges“ Kalkül schon ganz anders dar.

Die Menschen in Frankfurt (Oder) wissen nun, woran sie bei Gaulands AfD sind: Parteitaktik, Machtspiele, doppelte Diäten und Posten sichern. Darum geht es. Von den Interessen der Bürgerinnen und Bürger vor Ort kein Wort.