Gestern Abend habe ich versucht die Wahlergebnisse beim Abschlusskonzert der deutsch-polnischen Musikfesttage in der Frankfurter Konzerthalle zu verdauen.
Heute fiel der Start schwer. Wie ein Schlag in die Magengrube fühlte sich das an…für jemanden, der sich im täglichen Wettbewerb der Meinungen für eine demokratische Diskussions- und Streitkultur, für Empathie und Verständigung, für die Suche nach tragfähigen, humanistischen Lösungen und gegen eine Gesellschaft des Neids, der Wut, der Abschottung, des Tretens auf Schwächere einsetzt, …war das ein Schock.

Nun ist die Frage: Wie damit umgehen? Resignieren? Umschwenken?
Das Grundgesetz gibt den Parteien die Aufgabe an der Meinungs- und Willensbildung der Bevölkerung mitzuwirken. Das ist – neben der Suche nach Lösungen für Missstände und Probleme – unser zentraler Auftrag.
Jenen das Feld überlassen, kann und darf kein Weg sein. Das würde, nach meiner festen Überzeugung, bedeuten zuzulassen, dass die Welt für unsere Lieben und unsere Nachkommen zu einem dunkleren, schlechteren Ort wird.

Also heißt es um so mehr täglich Vorurteilen entgegen zu treten, zu beweisen, dass Demokratie der richtige Weg ist, auch wenn er oft schwerer ist. Dass es um den Ausgleich von Interessen gehen muss und nicht darum gehen darf, dass die einen den anderen ihre überstülpen oder aufzwingen. Nicht um Siegen und Verlieren. Nicht um dominieren und unterordnen, sondern um ein respektvolles Miteinander, dass Vielfalt von Meinungen und Lebensentwürfen nicht nur duldet oder erträgt, sondern als Bereicherung versteht.

Alles andere führt in den Abgrund. Im Brandenburger Landtag erlebe ich jede Woche, dass die AfD in all diesen Punkten für das Gegenteil steht. Sie steht für eine Gesellschaft, in der ich nicht leben möchte.

Ihnen dürfen und werden wir das das Land nicht überlassen.