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Anfrage

Am 12. November 2015 hat sich in Brandenburg an der Havel der Runde Tisch zur Bekämpfung der Kinderarmut „Starke Familien – Starke Kinder“ konstituiert. Der Runde Tisch soll eine Plattform für die Erfahrungen und Erkenntnisse der Teilnehmenden bieten. Dort sollen gute Praxisbeispiele veranschaulicht und im breiten Dialog Handlungsmöglichkeiten zur besseren gesellschaftlichen Teilhabe benachteiligter Kinder entwickelt werden.

Ich frage die Landesregierung:

Welche ersten Ergebnisse zur Bekämpfung der Kinderarmut hat die Veranstaltung hervorgebracht?

Antwort

Ministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie Golze Armutsbekämpfung ist ein gesellschaftliches Querschnittsthema. Kinder leiden besonders stark unter Armut. Es fehlt dabei aber nicht nur am Geld, es fehlt vor allem die Chance auf ein erfülltes und erfolgreiches Leben. Für die Kinder bedeutet Armsein in erster Linie, nicht dabei sein zu können. Kein Kind darf in dieser Armutsfalle stecken bleiben. Jedes Kind hat das gleiche Recht auf Teilhabe, Bildung und gesundes Aufwachsen. Deshalb hat die Landesregierung die Initiative „Starke Familien – Starke Kinder“ – Runder Tisch gegen Kinderarmut als Plattform auf den Weg gebracht.

Dort wollen wir die Erfahrungen und Erkenntnisse der Teilnehmenden aufnehmen, gute Praxis veranschaulichen und im breiten Dialog Handlungsmöglichkeiten entwickeln. An dem Diskurs sollen Vertreterinnen und Vertreter aus Verbänden, Initiativen, Vereinen, Kirchen, Kommunen, Politik, Verwaltung und anderen Institutionen, aber auch betroffene Kinder und Familien beteiligt werden. Gemeinsam wollen wir durch Veranstaltungen und Aktionen die Öffentlichkeit für das Thema Kinderarmut sensibilisieren, die Diskussion zur gesellschaftlichen Teilhabe aller Kinder und parallel dazu auch konkrete Initiativen im Land voranbringen.

Beim öffentlichen Start der Initiative haben am 12. November in Brandenburg an der Havel weit über 100 Akteurinnen und Akteure teilgenommen und über das Thema diskutiert, darunter auch mit großem Engagement Jugendliche aus der Region.

Wir haben uns im Vorfeld dieser Veranstaltung an Partnerinnen und Partner im Land gewandt, mit denen wir gemeinsam überlegt haben, welche Aufgaben und Ziele eine Initiative haben muss, die die Familien und damit auch die Kinder stärken soll. Die Überlegungen haben wir in einer gemeinsamen Erklärung festgehalten und mit den Beteiligten abgestimmt. In der Erklärung machen die Erstunterzeichner mit der Landesregierung deutlich: „Gemeinsam wollen wir in einem breiten gesellschaftlichen Konsens tragfähige Konzepte entwickeln, die an den Lebenslagen der Kinder orientiert sind und die regionalen und lokalen Besonderheiten berücksichtigen“. Eine wichtige Rolle spielt dabei für uns die Partizipation von Kindern und Jugendlichen: „Zusammen mit Kindern als Expertinnen und Experten in eigener Sache,“ – aber natürlich auch -, „ihren Eltern und mit Menschen, die im Ehrenamt oder beruflich mit Kindern und Jugendlichen arbeiten, möchten wir Ideen erarbeiten und Strategien entwickeln, die einen wirksamen Beitrag zur Bekämpfung von Kinderarmut leisten. Dabei wollen wir bestehende und bewährte Strukturen und Konzepte, die der Prävention von Kinder- und Familienarmut dienen, erhalten, stärken und weiterentwickeln“.

Wir haben dabei zum Ausdruck gebracht, dass wir uns eine breite Beteiligung am Runden Tisch wünschen und alle mit dem Thema verbundenen Institutionen zur aktiven Teilnahme einladen.

Zu den Erstunterzeichnern der gemeinsamen Erklärung gehörte für die Landesregierung neben meinem Haus das MBJS. Erstunterzeichnet haben die Erklärung auch die Landesarmutskonferenz, die LIGA der Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege, das Deutsche Kinderhilfswerk, die Landesarbeitsgemeinschaft der Familienverbände, die Stiftung „Hilfe für Familien in Not“ sowie die evangelische und die katholische Kirche. Spontan sind auf der Veranstaltung weitere Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Erklärung beigetreten. Dazu besteht auch weiterhin die Möglichkeit. Aufgrund des sehr komplexen Themas der Bekämpfung und Vermeidung von Kinderarmut haben wir auf der Veranstaltung eine Struktur in entsprechenden Werkstätten diskutiert, die uns eine Schwerpunktsetzung auf unterschiedliche Themenbereiche ermöglicht und es trotzdem erlaubt, den Zusammenhang der einzelnen Themenbereiche im Auge zu behalten. Diese Struktur sehen wir in der Unterteilung in die vier Themenbereiche materielle Armut, soziale Dimension, Bildung und Gesundheit. Wir wollen uns deshalb im Rahmen der Initiative auch zukünftig an diesen Lebenslagendimensionen orientieren und entsprechende Themenschwerpunkte bilden.

Unterstützen wird uns dabei auch eine Internetpräsenz, die Anfang Dezember unter www.starke-familien-starke-kinder.de freigeschaltet wird.

zum Vorgang im Parladok Brandenburg

zur Anfrage im Parladok Brandenburg

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Starke Familien Starke Kinder | Runder Tisch gegen Kinderarmut Der Runde Tisch zur Bekämpfung von Kinderarmut, eines der bedrückendsten Probleme in unserer Gesellschaft.