Medienberichten zu Folge sind in Brandenburg erneut Bahn-Jobs bedroht. Nach der angekündigten Schließung des Bahnwerkes in Eberswalde sollen nun Arbeitsplätze der Güterverkehrs-Tochter DB Schenker Rail zur Disposition stehen, darunter auch in Frankfurt (Oder). Dazu erklärt René Wilke, Sozialpolitischer Sprecher und stellvertretende Vorsitzender der Linksfraktion im Brandenburger Landtag:

Managementfehler nicht zu Lasten der Beschäftigten

Seit einem Jahr kämpfen die Bahn-Mitarbeiter in Eberswalde mit Mahnwachen und Aktionen um ihre Arbeitsplätze. Sie wollen die für Ende 2016 von der DB angekündigte Werksschließung verhindern.

Nun eine weitere Hiobsbotschaft: Der Umbau der Güterverkehrs-Tochter DB Schenker Rail. Einmal mehr versucht Bahnchef Grube, den schwarzen Peter den Beschäftigten zuzuschieben. Der lange Tarifstreit und die Streiks sollen als Hauptgrund für die Kundenabwanderung und die nicht erreichten Konzernziele herhalten. Dabei gelten die Standorte u.a. in Frankfurt (Oder) auch nach dem Streik als gut ausgelastet.

Das kommt als Strafmaßnahme für die Wahrnahme von Arbeitnehmerrechten daher. Einmal mehr versucht die Deutsche Bahn eklatante Managementfehler den Beschäftigten anzulasten. Einmal mehr zeigt sich, dass der Bund als Eigentümer der Bahn seiner Verantwortung nicht gerecht wird. Es waren Bund,  Länder und Kommunen, die durch Privatisierungen im Bereich der öffentlichen Daseinsvorsorge Tür und Tor für unsichere Arbeitsverhältnisse, Arbeitsplatzabbau, eine Abkopplung von der Lohnentwicklung  und atypische Beschäftigung eröffnet und damit die Grundlagen langwierige Tarifauseinandersetzungen gelegt haben.

Ich sehe den Bund als Eigentümer in der Pflicht und fordere den Bahnvorstand auf, ein deutliches Zeichen an die Belegschaften zu senden, auf betriebsbedingte Kündigungen zu verzichten und sich für die Arbeitsplätze im Land Brandenburg und in Frankfurt (Oder) zu engagieren.

Zum Hintergrund:

http://www.maz-online.de/Themen/Ausbildung-Beruf/750-Bahn-Beschaeftigte-bangen-um-ihre-Jobs