Armutsquote in Brandenburg gesunken – Armut aktiv und zielgerichtet bekämpfen!

In Brandenburg ist die Armutsquote nach Berechnungen des Paritätischen Gesamtverbandes leicht gesunken. Dazu erklärt René Wilke, Sozialpolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE. im Brandenburger Landtag:

Armut aktiv und zielgereichtet bekämpfen

Das ist eine gute Nachricht und zeigt, dass sich Engagement gegen prekäre Beschäftigung und für einen gesetzlichen Mindestlohn lohnt. Aber, es bleibt noch sehr viel zu tun. Und nach wie vor erschweren schlechte bundespolitischen Rahmenbedingungen Länderhandeln.

Armutsbekämpfung ist für uns ein Arbeitsschwerpunkt in dieser Legislaturperiode. Insbesondere Kinderarmut ist ein bedrückendes Problem. Gleich zu Beginn der Legislaturperiode, in der 3. Sitzung, hat sich der Landtag zur aktiven und zielgerichteten Bekämpfung von Armut bekannt. Dabei können wir an bewährte Maßnahmen wie das Schüler-Bafög nach dem Ausbildungsförderungsgesetz für Schülerinnen und Schüler aus einkommensschwachen Familien sowie dem Zuschuss zu Familienreisen oder das Mobilitätsticket anknüpfen. Aber auch die gezielte Arbeitsförderung vor allem für Langzeitarbeitlose ist wichtig für die Armutsbekämpfung.
Unser Ziel ist es, in dieser Legislatur vorhandene Maßnahmen zur Armutsbekämpfung zu bündeln, neue Maßnahmen zu entwickeln und die Instrumente der Arbeitsförderung besser zu verzahnen. Mit den Mitgliedern der Landesarmutskonferenz, Sozialvereinen und -verbänden sind wir dazu intensiv im Gespräch.

Am 24. Februar 2015 lädt unsere Fraktion gemeinsam mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung Brandenburg zu einer Podiumsdiskussion zum Thema „Armut in Brandenburg“ ein. Gesprächspartner sind Diana Golze, Ministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie, René Wilke, Sprecher für Sozial-, Gesundheits-, Pflege- und Seniorenpolitik der Fraktion DIE LINKE im Brandenburger Landtag und Andreas Kaczynski, Vorstandsvorsitzender des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes Brandenburg und Sprecher der Landesarmutskonferenz.

Die Podiumsdiskussion findet statt: 24. Februar, 18 Uhr, Raum 2.050 im Landtag Brandenburg, Alter Markt 1, 14467 Potsdam

Hintergrund:

Gegen den Bundestrend: Armutsquote in Brandenburg gesunken
Berlin (dpa) – In Brandenburg ist die Armutsquote nach Berechnungen des Paritätischen Gesamtverbandes leicht gesunken. Nach den jüngsten Daten für 2013 liegt sie bei 17,5 Prozent – und damit nicht weit über dem Bundesdurchschnitt von 15,5 Prozent, wie der Verband am Donnerstag mitteilte. Neben Sachsen-Anhalt ist Brandenburg damit das einzige Bundesland, in dem die Armutsquote zurückging. 2012 lag sie nach Angaben des Verbands noch bei 18,1 Prozent. Auch bundesweit sei die Quote 2013 gestiegen – um 0,5 Prozentpunkte.
Als arm definiert der Verband Menschen, die weniger als 60 Prozent des durchschnittlichen Einkommens einer Region zur Verfügung haben. Bundesweit lag die Schwelle für Armut 2013 damit für einen Singlehaushalt bei 892 Euro im Monat, für eine Familie mit zwei Kindern unter 14 Jahren bei 1873 Euro im Monat. Berlin hatte 2013 mit 21,4 Prozent eine deutlich höhere Armutsquote als Brandenburg.