Meine zweite Anfrage im Landtag. Dieses Mal geht es um die aktuelle Krise der Obstanbaubetriebe u.a. in Frankfurt (Oder):

Erhalt des regionalen bäuerlich geprägten Obstanbaus in Brandenburg

Der Obst- und Gemüseanbau in Brandenburg ist in den letzten 25 Jahren auf 22 Prozent seines einstigen Anbauumfangs geschrumpft. Allein im Raum Potsdam / Werder sind fast 90 Prozent eines gesamten traditionellen Obstanbaugebietes verschwunden.

Die Marktentwicklung (hohe Obsternteerträge/sinkende Preise), das Russlandembargo und die damit einher gehende zusätzliche Überflutung des europäischen Marktes, die vergangenen Krisenjahre (Frost, Hagel, Feuerbrand), durch die kaum Rücklagen gebildet werden konnten, aber auch die Einführung des Mindestlohns für Erntehelfer wären als Einzelprobleme wirtschaftlich zu kompensieren, sind in der Kombination allerdings eine akute Gefahr für die weitere Existenz des bäuerlichen Obstbaus in Brandenburg. Allein im Anbaugebiet Markendorf in Frankfurt (Oder) droht derzeit das Aus für fast die Hälfte der Obstbaubetriebe. Dabei geht es insgesamt um bis zu 45 Familienbetriebe sowie 245 Arbeitsplätze.

Dies erfordert zum einen kurzfristige Hilfen für die notwendige Umstrukturierung und Produktivitätssteigerung in den Betrieben, um den Kriseneffekten entgegen wirken zu können und den Obst- und Gemüseanbau in Brandenburg zu erhalten. Zum anderen werden immer wieder gleiche Wettbewerbsbedingungen in Europa eingefordert. So gibt es in anderen Ländern durch EU-Mittel Zuschüsse für Versicherungen.

Ich frage die Landesregierung:

1. Wie gedenkt die Landesregierung auf die aktuelle Krisensituation zu reagieren?

2. Welche Unterstützungsmöglichkeit für den Erhalt des regionalen Obst- und Gemüseanbaus in Brandenburg sieht die Landesregierung?

3. Wie wird die Landesregierung dem Sterben der bäuerlichen Familienbetriebe im Obstbau entgegen wirken?

4. Wie positioniert sich die Landesregierung zu den Vorschlägen des Gartenbauverbandes Berlin-Brandenburg?

5. Wie positioniert sich die Landesregierung insbesondere zu dem Vorschlag ein Hilfsprogramm zur Umstrukturierung/Produktivitätssteigerung der Obstbestände ins Leben zu rufen?

6. Wie bewertet die Landesregierung die Einführung eines Zuschussprogramms für Versicherungen?

René Wilke